RE: Pressekonferenz und Fahrerinterviews - RoC Salzburgring '76
Simon Schneider, Ihre Performance war erneut eher m?ssig. Was ist los ?
Ich leide zur zeit einfach unter zu wenig gefahrenen kilometern. Zu allem ?berfluss kommen dann auch noch technische probleme, auf die ich zum teil wenig einfluss habe, hinzu.
Mit welchen Problemen hatten sie diesmal zu k?mpfen ?
Nach einigen Runden fror meine Rennfahrerbrille durch den kalten Fahrtwind ein
(Fachleute nennen das Screenfreeze) und es dauerte ca. 10 sekunden, bis sie wieder auftaute.
Ich fand mich auf dem kopf ?ber die stra?e schlitternd wieder und musste das ganze feld vorbeiziehen lassen, bevor mich ein kran wieder auf die r?der heben und betanken konnte.
Danach war ich aus dem rhythmus und machte zum einen fehler, die aber zum anderen durch kurze „ruckler“ an kritischen stellen wie kurveneinfahrten, bei denen ich dann jeweils 1 sekunde lang nur noch 20mal pro sekunde anstatt 36mal durch meine brille gucken konnte, verst?rkt wurden, was zu einer serie von drehern f?hrte. Ich bin da manchmal impulsiv, wenn es nicht so l?uft, wie hier durch den ersten screenfreeze. Mein fahrstil wird danach sehr aggressiv, was dann entweder recht schnell ist oder eben zu fehleinsch?tzungen f?hrt. Da muss ich auch ganz klar kritik an mir selber ?ben.
In einem sp?teren teil des Rennens fand ich meinen rhythmus dann teilweise wieder, was mir einen positionsgewinn einbrachte – ich konnte michi michkov einholen und ein sch?nes ?berholman?ver durchf?hren – ich saugte mich in einem schnellen linksknick heran und wollte aus dem windschatten heraus rechts ?berholen, um f?r die n?chste kurve innen zu sein. W?hrend des ?berholman?vers zog mein vordermann allerdings die l?cke seitlich zu, vermutlich aus unachtsamkeit, so dass ich auf die wiese musste und ihn trotzdem touchierte. Zum gl?ck brachte das keinen von uns in die bredouille. Ich brauchte eine runde um wieder heranzufahren und probierte es wieder kurz nach dem selben linksknick. Wieder machte er die rechte spur dicht, ich ging aber unerwarteterweise nach links und war schon daneben. Ich war zwar jetzt auf der ?usseren spur, aber mein geschwindigkeits?berschu? brachte mir trotzdem den n?tigen vorteil. Ausserdem konnte michael michkov seine linie so nicht fahren, denn die folgende rechts ist sehr schnell und darf nicht zu weit innen angefahren werden, weshalb ich ihn auch vom gas zwingen konnte.
Leider platzte mein motor einige runden sp?ter, so dass ich vor dem ziel ausfiel und nur noch auf die aufnahme in die punktetabelle hoffen konnte.
man munkelt sie seien unzufrieden bei ihrem momentanen arbeitgeber brabham ?
Nein das kann ich nicht best?tigen. Zugegeben, der wagen hat sichtprobleme nach vorne, speziell in senken, so dass ich manchmal nicht sehe, wohin ich fahre. Aber gerade durch dieses b?gelbrett vor und ?ber meinem helm hat der wagen eine charakteristik, die ich mag, denn er l?sst sich recht pr?zise lenken. Ich bin zuversichtlich, dieses jahr noch siege mit ihm einfahren zu k?nnen.
Was mir eher sorgen macht ist der ferrari, den ich in einigen veranstaltungen pilotiere. Er ist unpr?zise und tr?ge in der reaktion auf gas und lenkung im gesamten kurvenverlauf, vom „abschuss“, dem einlenkpunkt an bis zum herausbeschleunigen – er gehorcht mir einfach nicht aufs wort, wie das ein lotus, sogar ein brm und auch der eagle tun. und er ist langsam auf den geraden. Die bremsen k?nnten meiner meinung nach auch besser sein. Ich mag ihn nicht.
insofern denke ich, dass ich auch in spa noch nicht auf der h?he sein werde, ich tue aber was momentan m?glich ist. die testzeit ist eben durch den umzug meines teams und durch das design neuer teile im studium beschr?nkt. darauf m?ssen wir uns erst einstellen und mehr testzeiten einplanen.
Vielen Dank, Simon Schneider
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