RE: Pressekonferenz und Fahrerinterviews - Watkins Glen 200
H. Buthe , zun?chst einmal herzlichen Gl?ckwunsch zu Ihrem ersten Sieg in der GTP Meisterschaft !
Danke , ich freue mich sehr ?ber den lang ersehnten Laufsieg. Das es gerade in Watkins Glen Boot passiert ist freut mich besinders. H?tte nicht unbedingt damit gerechnet, denn die Strecke verlangt auf einer solchen Distanz viel vom Fahrer. Nach dem Rennen wollte ich unters Sauerstoffzelt (grinzt).
Menzel hat ihnen das Leben nicht leicht gemacht ?
Das war zu erwarten. Seine Performance ist bekannt, aber mittlerweile komme ich immer besser mit den Sportprototypen klar.
Es gibt aber noch einige taktische Vorteile , die Gernot mir gegen?ber hat. Man konnte es am Start sehen, als ich bef?rchtete das Pacecar vor Freigabe des Rennens zu ?berholen. Mir sind die Regelungen der Fia r?tselhaft. Normalerweise sollte man auf der Pole in der Lage sein seine Position zu halten, aber die Furcht vor einem Regelversto? hat mich sehr gehemmt.
Es hat aber nicht lange gedauert, bis sie wieder in F?hrung gingen. Wie kam es dazu ?
Kann ich nicht genau erkl?ren. Gernot war nicht sehr schnell unterwegs. An sein Heck aufzuschlie?en war innerhalb einiger noch vorsichtiger Runden m?glich. Der ?berholvorgang hat mich zu dem fr?hen Zeitpunkt ?berrascht, aber danach konnte ich bald einen ordentlichen Rhytmus finden und sogar Vorsprung herausarbeiten.
Hab mich im weiteren Verlauf nicht unbedingt besonders bem?ht, sondern war eigentlich nur darauf aus zu Gernot nichts zu verlieren, um mit einem sehr sp?ten Tankstop das Rennen zu entscheiden, indem ich mit meinem phantastischen Setup , gro?es Lob ans Team, selbst nach 10 schnellen Runden keinerlei Temperaturprobleme mit den Reifen bekam.
Ich wollte pushen , wenn Gernot seinen Tankstop macht und den n?tigen Vorsprung herausfahren. Da war die F?hrung sogar ?usserst komfortabel.
Allerdings war zu beobachten, da? Sie w?hrend der Tankphase von Menzel die meiste Zeit verloren haben ?
Ja , da wurde es eng mit meiner Strategie. Meine Konzentration war v?llig am Ende . Ich war f?r einige Runden nicht in der Lage den Rennverlauf , Reifenzustand oder den verbleibenden Sprit einzusch?tzen.
Der Funkverkehr zur Crew war schon einige Runden unterbrochen, soda? ich selbst alles kontrollieren mu?te.
Hab da ca. 15 Sekunden verloren, denn nach Gernot Stop war ich 58 voraus und hab dann selbst getankt , als ich nur noch ca 44 Sek Vorsprung hatte. Der Speed war einfach weg und ich war heilfroh?ber die kurze Standzeit an der Box.
Erst nachdem ich nach den ersten Runden des 2. Stints erkannte, da? Gernot immer noch einen kleinen R?ckstand von 8 Sekunden hatte, l?ste sich meine Verkrampfung und ich konnte wieder kontern.
Die ?berrundungen waren alle perfekt, bis auf eine , die zu diesem Zeitpunkt passierte. Das und der einzige Fahrfehler im Bootausgang, als sich der C9 einmal quergestellt hat , kosteten ca 4 Sekunden.
Allerdings konnte ich jetzt wieder sehr gute Zeiten fahren und den Abstand zu Gernot durch ein oder zwei schnelle Runden wieder ausbauen, wenn er noch n?her kam.
Wie haben Sie sich denn nun gef?hlt als abzusehen war , da? Sie gewinnen k?nnen ?
Erst der tats?chliche Zieleinlauf war wie eine Befreiung. Die letzten acht Runden waren eine Qual. Unglaublich was die Konzentration ?ber 59 in dem Tempo an Kraft gekostet hat. Mein Puls mu? bei ?ber 170 gewesen sein. Ein kleiner Fehler in den schnellen Esses und alles w?re vorbei gewesen. Oder im Bootausgang ; 59 mal Eiertanz ?ber die Buckelpiste und das mit ?ber 700 PS.
Die Punkte von Glen sind wirklich hart erarbeitet worden, und deshalb habe ich sicher auch noch das Qu?ntchen Gl?ck gehabt, das immer dazugeh?rt !
Was sagen Sie zum neu gebildeten "GTP-Ducati-Racing" Team ?
Tolle Sache jetzt auch noch rechtzeitig in der Mannschaftswertung mitzumachen ! Uwe ist mir aus der gemeinsamen Zeit in der Formel 1 gut bekannt.
Ich sch?tze seine Zuverl?ssigkeit und Entwicklungsm?glichkeiten in den Prototypen hoch ein . Er kann sich mit seinem Jaguar durchaus Zeit lassen mit Topergebnissen, hauptsache er kommt zun?chst in die Punkte.
wir fahren eine Endurance Meisterschaft. Die wird nicht auf den ersten Metern entschieden.
Das Ducati Team setzt sich damit zus?tzlich in einem spannenden Wettbewerb gut in Szene ?!
Nat?rlich will der Sponsor nicht nur auf mich setzen. Nur mit guten Ergebnissen am Ende der Saison k?nnen wir als Privatteam die Unterst?tzung rechtfertigen. Die Konkurrenz ist extrem stark und deshalb brauchen wir maximale Unterst?tzung.
Alle Teams und Fahrer werden zunehmend erfahrener, einfach wird es ganz und gar nicht !
Danke Herr Buthe, dann freuen wir uns auf eine spannende Saison !
"Man sp?rt es, wenn man nach langer Fahrt von der Landstra?e abbiegt und den schwarzen Asphalt des Ringes unter den Reifen hat; da ist irgend etwas anders !"
Wolfgang Graf Berghe von Trips
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