RE: Pressekonferenz und Fahrerinterviews - Suzuka 300
Ein selten gewordenes Gesicht auf dem obersten Treppchen des Podiums, wie kommt's?
Kommt was, Gesicht oder Podium?
Fangen wir mal mit dem Gesicht an und gehen dann zum Podium ?ber...
Nun ja, dass mich andere Verpflichtungen immer wieder von der Rennerei abhalten, ist ja bekannt. Zum GTP-Saisonfinale wollte ich aber unbedingt dabei sein, und es hat auch geradeso geklappt. Nach dem Freitagstraining war klar, dass die Konkurrenz nicht geschlafen hatte. Ich war noch nicht zufrieden mit dem Auto, es lie? sich nur mit hohem Einsatz und Risiko schnell bewegen. ?ber Nacht haben die Mechaniker dann anscheinend genau die richtigen Schl?sse gezogen, beim Sonnabendtraining lief der Jaguar exzellent. Auch die Reifenprobleme waren verschwunden, niedrige 49er Zeiten dauerhaft ohne gro?e Probleme m?glich. Im Quali-Setup gingen sofort niedrige 48er, die PB sprang beim Testen auch gleich mit raus. Daher war ich f?rs Rennen schon recht zuversichtlich.
Und mit Suzuka war ja auch noch eine Rechnung offen...
Das stimmt. Das Er?ffnungsrennen der Saison 2005 hatte in Suzuka stattgefunden, damals fuhr ich noch f?r Mazda. Nachdem ich die Quali schon in der Einf?hrungsrunde vergeigt hatte, k?mpfte ich mich durchs ganze Feld an die Spitze, nur um dann wenig sp?ter durch einen Fl?chtigkeitsfehler die Segel streichen zu m?ssen. Das hat mich schon ganz sch?n gewurmt.
Sie scheinen aber mit der Strecke inzwischen ganz gut zurechtzukommen...
Hm, das ist mehr so eine Hassliebe mit mir und Suzuka. Die Strecke hat einen tollen Flow, wenn man die richtige Linie trifft. Aber diese Linie ist sehr, sehr schmal, eine echte Herausforderung, gerade auf l?ngeren Distanzen. Daher gilt mein Respekt denjenigen, die letztes Jahr nicht dabei waren und hier wirklich tolle Rundenzeiten hingelegt haben. Schneller waren wir damals auch nicht, das kam erst nach dem Rennen.
Waren Sie ?berrascht ?ber Ihre klare Pole?
Ein wenig schon, obwohl es leicht ist, in Suzuka einen Fehler zu machen, wie gesagt...
Ich wollte das auf jeden Fall verhindern und fuhr eine Sicherheitsrunde. Die 1:49,2 war dann auch nicht so ?bel, schlie?lich war ich aus dem Taxi fast direkt in meinen Jaguar gestiegen, also kalt wie ein Slick im Regen. Ich konnte also zufrieden sein.
Wie lief der Start?
Der bereitete mir etwas Sorgen, da der Sauber durch sein Leistungsplus etwas besser beschleunigt. Da hie? es gut reagieren, um vor Jeroen in die erste Kurve einzubiegen, zumal der Veranstalter unverst?ndlicherweise die Au?enbahn f?r den Polesetter vorgesehen hatte. Aber alles lief nach Plan, und als ich nach Jeroens Ausrutscher pl?tzlich etwas Luft hinter mir hatte, war mein gr??ter Gegner meine eigene Nervosit?t.
Das sah in der Tat recht nerv?s aus bei Ihnen in den ersten 10, 15 Runden. Das sollte bei Ihrer Routine doch eigentlich kein Thema sein...
Ich war ja selbst ?berrascht. Aber wenn man eine Weile keine Rennen mehr gefahren ist, muss man wohl mit so was rechnen. Erst bin ich in der lang gezogenen Rechts vor Spoon Corner vollkommen unn?tig nach links von der Strecke abgekommen und habe dort die Begrenzung gestreift. Der Schaden kostete mich aber nur minimal Topspeed und ich wollte versuchen genug Vorsprung herauszufahren, um das bei meinem Boxenstopp reparieren zu lassen. Danach lief es erst mal etwas ruhiger, wenn auch mit zu gro?en Schwankungen in den Rundenzeiten.
Als ich in Runde 13 auf Uwe auflief, betrug mein Vorsprung auf Wolfgang ?ber elf Sekunden. Nachdem ich am Markenkollegen vorbei war, drehte ich mich prompt in T1, nachdem ich den kurven?u?eren Curb ung?nstig getroffen hatte. Dadurch schrumpfte mein Vorsprung auf unter drei Sekunden, da hatte ich bis zum Boxenstopp wieder gut zu tun. Zu diesem Zeitpunkt kam auch ein eindeutiger Funkspruch von der Box, ich solle mich doch bitte zusammenrei?en (entsch?rfte Version) und die Zeitvorgabe einhalten, die da lautete 1:50. Bis zu Wolfgangs Boxenstopp in Runde 29 hatte ich wieder 13 Sekunden Luft.
Und dann haben Sie das Auto wohl nur noch nach Hause geschaukelt...
So einfach, wie Sie sich das anscheinend vorstellen, ist das nicht, obwohl Wolfgangs Missgeschick mit der schwarzen Flagge schon eine ganze Menge Druck rausgenommen hat. Als ich aber versuchte, kontrolliert zu fahren, merkte ich, wie ich m?de wurde. Also entschloss ich mich, erst mal auf die Jagd nach der schnellsten Runde zu gehen, um mit etwas Adrenalin gegenzusteuern. Mein Crew Chief sah das nat?rlich gar nicht gern. In der 48. Runde habe ich dann auch noch einen ordentlichen Heartstopper eingebaut, als ich eingangs der Esses quer ?ber den Rasen rutschte, aber das Auto auf der Strecke wieder abfangen konnte. Da sich die Reifen noch immer ausgezeichnet anf?hlten, ging es im letzten Umlauf noch einmal dem Rundenrekord an den Kragen, ein sch?ner Abschluss.
Was planen Sie f?r das n?chste Jahr?
Mir liegt bereits ein Angebot von Jaguar vor, was mir auch f?r 2007 ein Auto garantiert. Allerdings wird sich an der derzeitigen Situation wenig ?ndern, so dass ich nur sporadisch zum Fahren kommen werde. Au?erdem steht hinter der n?chstj?hrigen Saison noch ein Fragezeichen, hier sind die Hersteller gefragt, noch ein paar mehr Autos an den Start zu stellen, damit die Serie f?r Fans und Sponsoren attraktiv bleibt. Ich hoffe aber, dass das irgendwie klappen wird.
So, sind wir jetzt hier fertig?
Haben Sie denn noch was vor?
Klar! Der frisch gebackene Champion hat ein paar Kollegen zur Party eingeladen und auf das Riesenrad wollen wir auch noch. Sp?ter soll es noch Sushi geben, aber da werde ich mich vorher aus dem Staub machen... (schielt grinsend zu Uli P.-V. r?ber)
Na dann viel Spa? noch und bis 2007!
Danke, bis dann!
:zwinker:Can
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